| Drei Annen-Hohne ist die Bezeichnung der Hochfläche zwischen Elend und Wernigerode. Hier befinden sich verstreute Hotels, der Bahnhof der Harzer Schmalspurbahn, das Nationalpark-Informationszentrum und ein Großparkplatz. | ||
| Die Hohneklippen sind eines der landschaftlichen Highlights des Harzes und von Schierke und Drei Annen-Hohne aus leicht zu erreichen, auch im Winter. Von Schierke aus läuft man über den Ahrensklint am Erdbeerkopf vorbei zur Weggabelung "Spinne" und von dort per Holztreppensystem über das Hangmoor am Südhang des Hohnekamms. Von Drei Annen-Hohne aus läuft man zunächst zum Forsthaus Hohne, das vom Nationalpark umgebaut und im Sommer 2011 als Naturerlebniszentrum eröffnet wurde, und von dort weiter durch den Wald hinauf auf den Hohnekamm. Lohnender ist jedoch der Aufstieg über den ehemaligen Skihang, weil man bereits von dort den weiten Ausblick genießen kann. Die 900 m hohe Leistenklippe auf dem Hohnekamm kann problemlos per Eisenleiter bestiegen werden, die sich auf der Rückseite der Klippe verbirgt. Vom Hohnekamm bietet sich ein umfassender Ausblick auf den Hochharz, den gesamten Nordostharz und das Harzvorland. Auf einem Teil der Wanderstrecke ab Drei Annen-Hohne verläft die kurze Hohneloipe, rund um den Hohnekamm die von Schierke aus zugängliche, lange Renneckenbergloipe. | ||
| Neben der bildlichen Vorstellung des schönen Gebiets rund um die Hohneklippen informiert diese Seite über das fragwürdige Ende des lohnendsten Harzer Skihangs. Am Nordosthang des 880 m hohen Hohnekopfes lief bis einschließlich Winter 2000/2001 ein schneller und für Harzer Verhältnisse moderner Schlepplift (Baujahr 1987), der seine Benutzer ohne Wartezeit auf seine abwechslungsreiche Piste beförderte. Mit der uneingeschränkten Sicht auf Nordostharz, Wernigerode und Harzvorland war der Hohnekopfhang der schönste Panoramaskihang im Harz. Die für Mittelgebirgsverhältnisse relativ lange und teils steile Abfahrt bot als nahezu einzige im Harz alpin-ähnliche Konditionen. Mit einer Länge von 905 m war der Hohnekopflift nicht nur der mit Abstand längste Schlepplift im Harz, sondern nach Wurmberg- und Bocksbergseilbahn die drittlängste Harzer Seilbahnanlage für wintersportliche Nutzung. | ||
| Der rund 1000 m lange Skihang Hohnekopf fand sich nach Gründung des Nationalparks Hochharz durch die letzte DDR-Regierung im Jahr 1989 unerwartet auf Nationalpark-Terrain wieder. Er war nicht direkt mit dem Pkw erreichbar, sondern nur in 20 Minuten Fußweg vom Parkplatz Drei Annen-Hohne über eine Forststraße. Ein Busservice wie im Westharzer Ort Schulenberg, dessen Wintersportanlagen im Skialpinum ähnlich abgelegen sind, wurde für die Wintersportler nicht eingerichtet. Marketingmaßnahmen für den Skihang Hohnekopf blieben von Betreiber-, öffentlicher und regionaltouristischer Seite gleichermaßen aus. Ohne Unterstützung der Tourismusinstitutionen von Wernigerode und Schierke fristete der Hang als eine der wenigen attraktiven wintersportlichen Harzer Großanlagen zehn Jahre lang ein Schattendasein. Vor Winterbeginn 2001/2002 lief der Vertrag des Liftpächters aus. Zeitgleich standen für die Instandhaltung von Pistenraupe und Liftanlage, die heute nicht unter einer viertel Million Euro zu realisieren wäre, Investitionen von rund 25.000,- Euro an. | ||
| Statt wie im Westharz in das Skigebiet zu investieren und die Werbetrommel zu
rühren, entschied sich die Stadt Wernigerode als Eigentümer für
die sofortige Stillegung der Wintersportanlage - angesichts des wintersportlichen Stellenwerts des Skihangs ein
absurder Entschluß. Die Lage des Hangs in einer Randparzelle des Nationalparks dürfte zu
dieser Entscheidung wesentlich beigetragen haben, obwohl die Nationalparkverordnung bestehende
Wintersportanlagen ausdrücklich toleriert. Die Rolle des Nationalparks bei der Initiierung der Aktion ist
zwar nicht dokumentiert. Angesichts der in der Nationalparkverordnung festgeschriebenen Haltung des Nationalparks
Hochharz zum alpinen Skisport und der bei der Durchführung der Aktion an den Tag gelegten Diskretion kann sich der
Leser jedoch seine eigenen Gedanken dazu machen. Noch vor dem Wintereinbruch wurden Hals über Kopf Fakten geschaffen und im November 2001 Pistenraupe und Skilift demontiert und verschrottet. Diese Arbeiten müssen höhere Kosten verursacht haben als die potenzielle Instandhaltung der Anlage. Ein vorläufiges Abwarten hätte den Harzer Snowboard- und Skifans den grundsätzlichen Weiterbetrieb des Lifts in Vereins- oder ähnlichem Rahmen ermöglicht. Die "Investition" in den Abbruch des Skilifts Hohnekopf hinterläßt eine nicht mehr zu schließende Lücke im Harzer Wintersportangebot und wirft Fragen auf. Das Vorgehen wurde damals vom MDR mit dem bissigen Kommentar "Investitionen im Westen, Abbau im Osten" auf den Punkt gebracht. |
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| Links: Hohnekopflift wird geschlossen (PDF-Datei; © Volksstimme 29.10.2001) Kein Skisport bis Sankt Nimmerlein (PDF-Datei; © Volksstimme 09.01.2002) Forsthaus Hohne wird Naturerlebniszentrum (Volksstimme) Trudenstein am Hohnekamm (J. Köhler) Winterfotos Schmalspurbahnen in Drei Annen-Hohne (B. Schuster) Winterfotos Schmalspurbahnen in Drei Annen-Hohne (Greateventtours.com) Winterdampf im Harz 2001. Halt u.a. in Drei Annen-Hohne (T. Sengler) Drei Annen Hohne, Bahnhof (Blogger.de) Harzer Schmalspurbahn | 1 |, | 2 | und | 3 | (Zu den Zügen, F. Bachmann) Harzer Schmalspurbahn | 1 | und | 2 | (Fotocommunity) |